Balkan - Tour 2017

14. - 25. Juni 2017

BULGARIEN

15. Juni 2017 10 – 12 Uhr Workshop mit Chor des Galabov Gymnasiums, Sofia

18.30 Uhr Begegnungskonzert in der Nationalen Musikschule "Ljubomir Pipkov“

MAZEDONIEN

Juni 2017 21 Uhr Neuer Kammerchor auf der Hauptbühne in der Altstadt Festival „Ohrid Pearl“ Ohrid, Mazedonien

18. Juni 2017 11 Uhr Kirchenkonzert St.Kiril und Metodij

ALBANIEN

20. Juni 2017 16 Uhr Masterclass mit dem Universitätschor Tirana (Ltg. Prof. Suzana Turku)

21. Juni 2017 11 – 13 Uhr Workshop mit dem Mädchenchor „Jordan Misja“ , Tirana

19 Uhr Begegnungskonzert „Fête de la Musique“ NKC und Jordan Misja (Leitung Prof. Bujar Alliu) in der Katedralja e Shen Palit, Tirana

22. Juni 2017 19 Uhr Chorkonzert in der „Katedralja Kisha Franceskane Djuhadol“, Shkodra

24. Juni 2017 19 Uhr Abschlusskonzert in der „Kisha Ortodokse e Ungjillezimit“

Auf unserem Reiseblog gibt es jetzt Bilder von unserer Balkan Konzerttour !

Auf ein Neues – NKC Konzerttour Balkan 2017

Am Mittwoch den 14. Juni 2017, startete der Neue Kammerchor Heidenheim mit 74 Teilnehmern in ein neues Abenteuer. Zwölf Tage lang durften wir einen Teil des Balkans besser kennenlernen, denn unsere Reise führte uns dieses Mal von Bulgarien, über Mazedonien, bis hin nach Albanien.

Am Flughafen von Sofia wurden wir herzlich von SchülerInnen des Galabov Gymnasiums willkommen geheißen. Jeder Sänger war schon im Voraus einem Schüler zugeteilt worden, bei dem er die nächsten Tage wohnen durfte und alle freuten sich, den jeweils Anderen nun endlich persönlich kennen zu lernen! Der Kontakt zum Galabov Gymnasium entstand über Herrn Hepfer, welcher bis vor einigen Jahren noch bei uns am Schiller Gymnasium unterrichtet hat und seit längerem nun an der deutschen Schule arbeitet. Wir verbrachten zwei wunderschöne Tage in Sofia und wurden von unseren Gastfamilien sehr gut versorgt. Das Highlight unseres Aufenthalts in Bulgariens Hauptstadt war wohl das Konzert mit dem Chor des Gymnasiums am letzten Abend und der darauffolgende gemeinsame Ausklang in einem Restaurant. Dort lernten wir neben dem typischen bulgarischen Essen auch noch traditionelle Lieder und Tänze kennen. In langen Reihen tanzten wir, uns an den Händen haltend, durch das ganze Restaurant und stellten uns bei den teilweise recht komplizierten Schrittfolgen mehr oder weniger geschickt an. Unser Besuch war zwar recht kurz, doch es entstanden viele neue Freundschaften und der Abschied fiel am nächsten Tag auch dementsprechend schwer. Ein Gegenbesuch ist bereits geplant.

Auf unserer ganztägigen Busfahrt an den Ohrid See in Mazedonien konnten wir bei einem Blick aus dem Fenster schon erste Eindrücke des Landes sammeln. Die Armut, welche im Land weit verbreitet ist, fiel sofort auf. Die Häuser, an denen wir vorbeifuhren, waren teilweise in sehr schlechtem Zustand und wir sahen auch viele leer stehende Rohbauten, die mitten im Nichts zwischen vertrockneten Büschen am Straßenrand in die Höhe ragten. Kurz nach unserer Ankunft in Ohrid, startete dann am Abend das "IX. International Summer Festival OHRID PEARL" mit einem kleinen Umzug aller teilnehmenden Chöre am Seeufer entlang. Neben uns als Vertretern der Bundesrepublik Deutschland nahmen unter anderem auch Chöre aus Bulgarien, Mazedonien und der Türkei teil. Von Beginn an fiel uns sofort die unruhige Atmosphäre auf. Egal ob gerade ein Redner auf der Bühne stand oder ein Chor sang, das Publikum, bestehend aus den anderen Teilnehmern des Festivals, redete munter weiter ohne die Stimme zu dämpfen. Wir bekamen hier auf jeden Fall eine ganz andere Mentalität zu spüren.

Tags darauf durften wir dann die wunderschöne Altstadt Ohrids, UNESCO Weltkulturerbe, bei einer Stadtführung mit unserem Guide Michael erkunden. Hierbei wurde wieder einmal deutlich, dass derartige Reisen einerseits unseren musikalischen Horizont erweitern, wir jedoch andererseits auch uns bis dahin völlig fremde Städte und Länder in einer Art kennenlernen, wie es kein Reiseführer oder das Internet zu übermitteln vermag.

Am Abend gaben wir dann im Rahmen des Festivals ein Konzert. Da die Ankündigungen und Werbung für dieses Konzert von der Leitung des Festivals enorm schlecht verlaufen waren, hatten wir nur wenige Zuschauer. Drei davon waren an der Organisation des Festivals beteiligt. Wir waren sehr perplex, sangen aber natürlich trotzdem und betrachteten dies als eine lockere Probe mit Zuschauern. Trotz der seltsamen Umstände hatten wir viel Spaß dabei, für unser Publikum zu singen, was unter anderem auch an der tollen Akustik der Kirche lag!

Unsere weitere Reise nach Tirana, der Haupstadt Albaniens, war sehr spannend und eindrucksvoll. In Pogradec besuchten wir eine Roma-Kinderschule, wo uns sofort fröhliche, liebe Kinderaugen begrüßten. Die deutsche Stiftung NEHEMIA GATEWAY hat sich in Albanien niedergelassen, um armen und allgemein benachteiligten Menschen zu helfen. Da die Schüler alle aus sehr schwierigen und armen Familien kommen, versucht die Schule und mit ihr die Stiftungen, durch Bildung und Gespräche mit den Eltern die Situationen in den Familien zu verbessern. Wir waren wirklich geschockt, als wir hörten, dass die Romamädchen mit 12 oder 13 verheiratet werden und damit ihr ganzes Leben ruiniert wird. Umso erstaunlicher war es, den Lebensmut und die Freude der Kinder über unseren Besuch zu sehen und zu erfahren. Als wir für Schüler und Lehrer sangen, performten einige der Kinder ohne Scheu mit. Es war für uns alle ein tolles Gefühl, ihnen eine echte Freude bereiten zu können. Der Abschied fiel dann besonders schwer, da die Kinder uns teilweise umarmten und gar nicht mehr loslassen wollten. Es war ein komisches Gefühl, sie dort in ihren schwierigen Situationen zurückzulassen. Dieser Besuch hat uns zum Nachdenken gebracht und wieder einmal erneut gezeigt, wie unglaublich gut wie es in Deutschland haben und dass es ein paar Kilometer östlich von uns ganz anders aussieht.

Unser Aufenthalt in Tirana war dann von unserer musikalischen Chorarbeit geprägt. Neben einer Stadtführung nahmen wir in den folgenden Tagen an zwei Workshops teil. Der Erste fand in einem Hörsaal der Universität in Tirana mit dem Unichor statt. Uns beeindruckte hierbei vor allem die enorme Lautstärke des Chores und die stark ausgeprägten Vibrato der einzelnen Stimmen. Der zweite Workshop war dann einen Tag später in einer schönen Kirche mit dem Mädchenchor „Jordasn Misja“ des Musik- und Kunstlyceums. Auch dieser Chor war stimmlich schon sehr weit entwickelt, sie waren erst vor zwei Tagen von einer Reise nach Berlin zurückgekehrt. Genauso wie der Universitätschor hatten einige der Sängerinnen richtige Opernstimmen, was uns sehr erstaunte, da die Mädchen erst zwischen 13-18 Jahre alt waren. Gemeinsam mit diesem Chor gestalteten wir darüber hinaus auch ein Konzert, was gleichzeitig der Abschluss unseres Aufenthalts in Tirana war.

Auf der Weiterfahrt nach Durres, was an der Küste Albaniens liegt, gaben wir noch ein Konzert in Skodra, der zweitgrößten Stadt Albaniens. Zu Beginn des Konzertes war den Menschen anzusehen, dass sie nicht genau wussten, was sie von uns erwarten sollten und sie wirkten teilweise sogar etwas skeptisch. doch spätestens als wir das bulgarische Volkslied „Lule bore“ sangen, tauten alle auf. Die Reaktionen war wirklich überwältigend, da die Leute starke Emotionen zeigten, egal ob sie nun vor Freude lachten oder vor Rührung weinten. Viele der Zuschauer kamen danach auch auf uns zu, um sich für das Konzert zu bedanken. Das Abschlusskonzert, welches wir zwei Tage später zurück in Tirana gaben, war trotz der Hitze ebenfalls ein voller Erfolg und wir freuten uns, dass wie die Menschen mit unserer Musik zu berühren konnten. Ganz besonders angetan war die Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland, Frau Susanne Schütz, die mit ihrem Partner, Dr. Diebold, einem ehemaligen Heidenheimer, das Konzert besuchten.

Nun sind wie also auch von dieser Reise mit einer beachtlichen Ansammlung an neuen Erfahrungen und Eindrücken zurückgekehrt, die uns das ein oder andere Mal stark zum Nachdenken gebracht haben und die wir ein Leben lang nicht vergessen werden.

Daher bleibt uns nur, uns ganz herzlich bei Frau Lohse, Herrn Kammel und Frau Demirhan, die uns auch dieses Mal tatkräftig unterstützt hat, dafür zu danken, dass sie uns dieses Abenteuer ermöglicht haben!

Wer gerne noch mehr Eindrücke von unseren Erlebnissen während unserer Balkanreise bekommen möchte, darf gerne auf unserem Reiseblog, den wir nach Brasilien weitergeführt haben, vorbeischauen. Wir freuen uns über jeden Leser!

neuerkammerchoraroundtheworld: https://vakantio.de/neuerkammerchorgoesbrazil

Anna Kiesel

Wir danken dem Goethe-Institut und dem Auswärtigen Amt für die großzügige Unterstützung.

Heidenheimer Zeitung

Sa 8. Juli 2017

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Bilder: Daniel Paus, Kalle Linkert, Franz Wagner, Georg Schabel, Dr. Thomas Bünnigmann, Cosima Kammel,  Luisa Kammel, Theresa Kammel