Concert Tour Brazil 2016

Der Neue Kammerchor Heidenheim wird vom 12. Mai - 3. Juni 2016 für drei Wochen auf Konzertreise durch Brasilien unterwegs sein. Neben Petropolis, Rio de Janeiro, Sao Paulo wird die Reise über Belo Horizonte und Diamantina, Porto Seguro den Chor nach Salvador führen.

Der Chor wird auf seiner Reise durch den Westen Brasiliens 14 Konzerte geben.

Konzerte:

14. 5. 20 Uhr Kathedrale Petropolis mit Canarhinos de Petropolis

15.5. 11.30 Uhr Kathedrale Petropolis. (Pfingstmesse mit Canarhinos de Petropolis)

18.5. 16.00 Uhr Sao Paulo – Auftritt bei der Foundation Week VOITH HYDRO

18. 5. 20.30 Uhr Sao Paulo – Kirche Igreja Luiz de Gonzaga, mit Chor Voces Paulistanes 19.5. 20 Uhr Sao Paulo - Kirche Igreja da Paz (dt. Lutherische Gemeinde)

21.5. 18 Uhr Ouro Preto – Auftritt in Igreja Matriz de Nossa Senhora do Pilhar

22.5. 11.30 Uhr Itabirito - Konzert Kirche Sao Sebastiao (nach Messe)

24.5. 20 Uhr Diamantina – Konzert in Igreja Nossa Senorha de Rosario

25.5. 19 Uhr Conceicao do Mato Dento – Messe in Wallfahrtskirche

29.5. 19 Uhr Salvador de Bahia – mit Chor Barocco na Bahia Igreja Sao Francicso

31.5. 19 Uhr Salvador de Bahia – Abschlusskonzert mit anschl. brasilianischem Fest

Und hier geht es zu unserem Reiseblog

Mit Unterstützung durch das Goethe-Institut und das Auswärtige Amt.

Neuer Kammerchor goes Brazil

Sonne, Karneval, Regenwald und wilde Sambarhythmen - das kommt wohl Jedem als Erstes in den Sinn, wenn er an Brasilien denkt. Wir durften dieses uns bis dahin vollkommen unbekannte und facettenreiche Land drei Wochen lang live miterleben. Die Reise führte uns von Rio de Janeiro über Pétropolis nach Sᾶo Paulo und von dort aus nach Itabirito, Diamantina, Vitória da Conquista und zuletzt nach Salvador.

Der Abreisetag startete mit einigen Aufregungen! Früh am Morgen des 12. Mais erhielten unser Chorleiter Herr Kammel und Frau Lohse, unsere Chormama, die die gesamte Reise geplant und organisiert hat, vom Reisebüro Barth die Nachricht, dass unser Flug von Frankfurt nach São Paulo gestrichen worden war. Somit stand in den Sternen, ob wir am nächsten Tag überhaupt in Rio de Janeiro, unserem ersten Reiseziel, ankommen würden. Nach einigen Stunden kam dann die Erlösung - das Reisebüro Barth hatte es geschafft, alle 67 Mann in einen Flug der Airline Lufthansa unterzubringen, der direkt von Frankfurt nach Rio ging. Um ca. 22 Uhr startete eine Boing 747 mit dem Neuen Kammerchor an Bord und landete 12 Stunden später, gegen fünf Uhr morgens, im warmen Rio. Dort erwarteten uns bereits unsere vier coolen Busfahrer, und wir bezogen sogleich die beiden noblen Reisebusse, die uns über die 5000 Kilometer, die wir auf unserer Reise zurücklegen würden, begleiteten. Die ersten Eindrücke die wir von Brasilien bekamen waren die vielen Favelas, von denen es um und in Rio etwa 800 Stück gibt, der wahnsinnig dichte und chaotische Verkehr, die wunderschöne Copacabana und der leider von Wolken umhüllte aber trotzdem sehr schöne Zuckerhut. Am Abend ging es dann schon weiter in Richtung Pétropolis, wobei wir hier für 65 Kilometer aufgrund des Verkehrs ganze fünf Stunden gebraucht haben. Die drei Tage in Pétropolis die wir in Gastfamilien verbrachten, bescherten uns allen intensive aber auch ganz unterschiedliche Eindrücke vom alltäglichen Leben der Menschen dort, welches sich sehr stark von unserem unterscheidet. Zum Beispiel wohnten zwei unserer Sängerinnen mit ihrer Familie zu neunt in einer Dreizimmerwohnung, andere wiederum in einem modernen Haus mit Pool. Wir bekamen die krassen Gegensätze zwischen arm und reich die in Brasilien herrschen auf jeden Fall zu spüren. Gemeinsam mit dem dortigen Chor „Canarhinos“, welcher der bedeutendste Knabenchor Brasiliens ist, gestalteten wir zwei Konzerte, darunter die Messe am Pfingstsonntag.

Ein Highlight der Reise war wohl der Besuch der Christusstatue und des berühmten Strandes „Ipanema“, welche wir bei unserer Rückreise nach Rio besuchten. Unsere nächste Etappe in Sᾶo Paulo war von unserer musikalischen Chorarbeit geprägt: Auftritte bei der Firma Voith und einer deutschen Schule, bei dem wir es alle genossen uns mit gleichaltrigen brasilianischen Schülern auf Deutsch austauschen zu können und jeweils am Abend noch ein Konzert in einer der vielen Kirchen. Die Krönungsmesse von Mozart führten wir hierbei gemeinsam mit einem brasilianischen Erwachsenenchor und Orchester auf, was für uns eine sehr spannende und neue Erfahrung war.

Nach einer Nachtfahrt bezogen wir dann in Itabirito erneut bei Gastfamilien Quartier und wurden auch hier von der Herzlichkeit und Offenheit der Menschen überwältigt. Da räumten die Familienmitglieder ihre eigenen Betten um uns einen bequemen Schlafplatz zu bieten und kümmerten sich rund um die Uhr um unser Wohlbefinden. Und obwohl die Verständigung sehr schwierig war, da die Menschen dort kaum bis gar kein Englisch sprechen, war es immer harmonisch und des Öfteren auch sehr lustig, wenn man mal wieder etwas überhaupt nicht verstanden hat. Nach einem Konzert in der Touristenstadt Ouro Preto, die nicht weit entfernt von Itabirito liegt, folgte dann ein Weiteres gemeinsam mit den Canarhinos von Itabirito am nächsten Morgen. Vor einer solch vollen Kirche haben wir bis dahin noch nie gesungen und auch hier waren die Leute völlig aus dem Häuschen, da wir doch eine ganz andere Musik aus Deutschland mitgebracht hatten. Den restlichen Tag dort verbrachten wir dann mit geselligem Beisammensein mit den Canarhinos und kamen hierbei auch das erste Mal so richtig mit den brasilianischen Liedern und vor allem dem Samba in Berührung, der uns ausnahmslos alle überforderte!

Auch in der Stadt Diamantina, die wir als nächstes besuchten, war das Konzert, welches wir dort gaben vermutlich eines der erfolgreichsten, bei vollbesetzter Kirche und begeistertem Publikum. Dort nahmen wir außerdem auch an einem Workshop teil, der unser Rhythmusgefühl und unsere Präsenz, Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit trainieren sollte. Am Mittwoch den 25. Mai verabschiedeten wir uns dann von Diamantina und fuhren um 9:00 Uhr morgens weiter. Aufgrund der unvorstellbar riesigen Dimensionen Brasiliens (Deutschland passt 24 Mal in dieses Land!!!) kamen wir aber erst um 1:00 Uhr nachts bei unserem nächsten Ziel, der Fazenda Vidigal, einer Kaffeeplantage in Vitória da Conquista an. Die Familie dort erwartete uns zu solch später Stunde aber trotzdem noch mit einem Abendessen und hatte außerdem aus dem ganzen Dorf Matratzen für uns alle besorgt, auf denen wir dann zwischen Maschinen, gackernden Hühnern und kleinen Katzen die Nacht verbrachten. Der nächste Tag war sehr aufregend für uns, da wir, gerade aus unseren Betten gekrochen, von einem Fernsehteam für eine Reportage über die Kaffeplantage gefilmt wurden. Trotz unserer Müdigkeit gaben wir unser Bestes und auch der Kaffee, den uns Familie Vidigal servierte, leistete beim Aufwachen gute Dienste. Der Tag auf der Fazenda war auf jeden Fall mit einer der Schönsten, den wir auf unserer Reise hatten.

Eine weitere lange Nachtfahrt führte uns dann zu unserem letzten Reiseziel, dem berühmten Salvador. Diese Stadt liegt recht nahe am Äquator, weshalb uns dort sonnige, schwüle Tage zwischen 25° und 36° beschert wurden. Einerseits brachte uns das endlich die ersehnte Sommerbräune, andererseits stellte uns die Hitze vor eine Herausforderung, da unsere Konzertkleidung nicht wirklich für solche Temperaturen geeignet ist… Nach Proben, Stadterkundungen und Konzert, ließen uns die letzten drei Tage dann noch ein wenig Zeit für Urlaubsfeeling, wie zum Beispiel ein Bootsausflug zu zwei Inseln oder verschiedene Städtebesuche. Dabei kamen wir unter anderem auf einen Markt, der bleibende Erinnerungen bescherte:

Ein stechender Geruch stieg uns schon gleich zu Beginn in die Nase, der immer intensiver wurde, je weiter wir ins Marktinnere vordrangen. Verschiedenste Sorten Obst die sich in Kisten stapelten, Eimer voll lebender Krabben und lange Stangen mit Gewürzen wie Knoblauch die von den Ständen hingen... An einem Stand der Schwarzwurst und selbstgedrehte Zigarren verkaufte machten wir dann schließlich Halt. Einige konnten sich jedoch nicht wirklich auf den Stand und die Gespräche mit dessen Besitzer konzentrieren, da sie zu sehr von den Ständen drumherum abgelenkt waren. Dort wurde Fleisch und Fisch angeboten und der Anblick war alles andere als schön. Die Nahrungsmittel lagen auf dreckigen Tischen und Pappunterlagen ungekühlt bei 30° Grad herum und auf ihnen tummelten sich die Fliegen. Während wir die Auslagen des Tabakstandes betrachteten, machte Herr Kammel mit der Dolmetscherhilfe von Denise Demirhan Bekanntschaft mit einem 86-jährigen Mann, der auf einem Stuhl im Zentrum des Marktes saß und das Geschehen um sich herum beobachtete. Er erzählte, dass er kerngesund sei und niemals etwas von diesem Markt essen würde, da Gemüse und Obst von Chemikalien verseucht sind und beim Fleisch war uns ohnehin allen klar warum... Für uns war es jedoch krass mit anzusehen, wie viele Leute in Brasilien von diesem und ähnlichen Märkten tagtäglich einkaufen, weil sie sich eben "gutes Essen" nicht leisten können. Wir waren recht froh als wir den Markt schließlich hinter uns lassen konnten.

Mit diesem und noch vielen, vielen weiteren Eindrücken kamen wir dann am Freitag, den 3. Juni wieder gesund und glücklich in Heidenheim an. Die Reise war ein einmaliges Erlebnis, das uns allen ewig in Erinnerung bleiben wird und die unseren musikalischen Horizont um Einiges erweitert hat.

Wir möchten uns noch einmal ganz herzlich bei Frau Lohse, ohne die diese Reise niemals so hätte stattfinden können und Frau Demirhan bedanken, die uns die gesamte Reise über begleitet hat und immer zur Stelle war, um für uns zu dolmetschen, wodurch viele Probleme umgangen werden konnten!

In diesem Sinne, Tchau und muito obrigada!!!

Anna Kiesel & Rebekka Koloska

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Bilder: Daniel Paus, Kalle Linkert, Franz Wagner, Georg Schabel, Dr. Thomas Bünnigmann, Cosima Kammel,  Luisa Kammel, Theresa Kammel